Einfahrregeln sehr weich?

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derbienenkoenig
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Einfahrregeln sehr weich?

Beitrag von derbienenkoenig » Freitag 23. Oktober 2026, 01:52

Moin Gemeinde,

mein Moped steht ja seit 2 Wochen in der Garage, und ich will morgen mal damit fahren.

Ich kenne von meinen anderen Mopeds immer feste Drehzahlen und auch Geschwindigkeiten die nicht überschritten werden durften, bsp. nicht über 4.000U/min., oder 100km/h.
Und noch nen paar andere strikte Vorgaben wo sich der Hersteller immer sehr äpplig hatten.

Die Bedienunganleitung der Voge ist ja da sehr locker was die ersten 1000km angeht, ich war regelrecht verwundert,
da steht ja nur drin, keine Volllast, nach Möglichkeit nicht mehr wie 4/5 vom Drehgriff, nicht zu untertourig fahren und nicht aus tiefen Drehzahlen voll beschleunigen.

Wie habt ihr es denn mit dem Einfahren gemacht, da scheiden sich ja die Geister bekanntlich, ich frage trotzdem nochmal weil ich unterschiedliche Meinungen auch hören möchte,
und mir dann versuche ne Schnittmenge zu bilden.


Bzw. wie ist das eigentlich mit den Vorführfahrzeugen?
Die werden ja meist auch nicht schonend behandelt, ich hab damals eine 900er mit 140km Probegefahren und eine 800er mit 50km, mit denen wollte ich natürlich auch wissen wie rasch die von unten rausbeschleunigen und ob die ihre 160-180km/h in nem ordentlichen Sprint auch zügig schaffen beim überholen usw.
Die habe ich schon ordentlich geprügelt bei der Probefahrt.
Und ich werde nicht der einzige Kunde gewesen sein die die so gefordert hat obwohl die kaum Kilometer drauf hatte....
Ich meine irgendwer kauft die Kisten ja dann trotzdem mit 1500 oder 2000km, auch mit dem Wissen das die wahrscheinlich ab KM 0 nur auf die Mütze bekommen haben ohne Warmfahren ohne alles.... :mrgreen:
Die fallen dann ja auch nicht auseinander hoffe ich.

Wie sind da eure Erfahrungen?
Seht ihr das Thema Einfahren locker oder recht eng?

LG Marcel

Gero1966
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Re: Einfahrregeln sehr weich?

Beitrag von Gero1966 » Freitag 23. Oktober 2026, 07:07

Voge Benelux schreibt:

Kilometerstand - Maximale Motordrehzahl
0–500 km - 5.000 U/min
500–1.000 km - 7.000 U/min

Zusätzlich schreibt Voge BNL sinngemäß vor:

* Regelmäßig schalten und die Drehzahl variieren. Nicht längere Zeit im gleichen Gang mit gleichbleibender Drehzahl fahren.

* Auch dauerhaft niedrige Drehzahl bei geringer Belastung vermeiden. Extrem zurückhaltendes Dahinrollen über längere Strecken ist also ebenfalls nicht erwünscht.

* Abruptes Beschleunigen und Bremsen vermeiden, außer wenn es notwendig ist.

* Lange Fahrten vermeiden, damit der Motor zwischendurch Ruhe bekommt. Eine maximale Fahrtdauer, Kilometerzahl pro Etappe oder Pausenlänge nennt Voge dabei nicht.

* Nach dem Start zunächst ausreichend im Leerlauf laufen lassen, damit sich das Öl verteilt; eine konkrete Zeit nennt der Einfahrabschnitt nicht.

Bei einer Geschwindigkeitsgrenze sind die Unterlagen uneinheitlich: Die ältere englische Anleitung auf der italienischen Voge-Seite nennt zusätzlich 50 km/h für die ersten 500 km. In der neueren Benelux-Anleitung fehlt diese Angabe; dort stehen nur die genannten Drehzahlgrenzen. Eine für deine deutsche Maschine eindeutig geltende 50-km/h-Grenze kann ich deshalb nicht bestätigen. Hier ist die mit deinem Motorrad gelieferte Anleitung entscheidend.

Für die Praxis würde ich daraus ableiten: abwechslungsreiche Landstraßenfahrten, sanft beschleunigen und häufig passend schalten. Längere Autobahnetappen mit konstantem Tempo beziehungsweise Tempomat passen weniger gut zu diesen Vorgaben. Die 5.000 beziehungsweise 7.000 U/min sind Obergrenzen, keine anzustrebenden Dauerdrehzahlen.

Ich habe gerade dasselbe „Problem“. Bis Ende Oktober muss ich die 1.000km voll kriegen. Aber ich hab bei allen meinen Maschinen bisher einfach nur normalen Verstand angewandt: keine Volllast, keine extremen Drehzahlen schon gar nicht über lange Zeit, und Belastung erst nach Aufwärmphase. Bei meinem SR4, den ich vor zwei Jahren gekauft habe, war es noch schwieriger, den erstens habe ich nur indirekten Einfluss auf die Drehzahl wegen der Automatik, und zweitens kommt man schneller in den oberen Bereich, weil das Moped ja nur 129 KMH offiziell fährt. Da ist bei 10.000 km aber alles noch Tiptop.

Das Einfahren hatte früher eine andere Bedeutung, als sich die Zylinder und Zylinderblöcke eingeschliffen haben und es entsprechend auch Schleifrückstände im Öl gab. Die heutigen Motoren sind viel präziser gefertigt. Es gibt Leute, die sagen, dass das einfahren völliger Quatsch wäre. Soweit würde ich nicht gehen.
Und du hast absolut recht: im Prinzip könnte man ja jeden Vorführer hinterher wegschmeißen. Macht auch kein Händler und verkauft es.